Mac im Büro: Welche Unternehmenssoftware auf macOS läuft – und wo es hakt

Redaktionsleitung

Mac im Büro

Im Kreativbereich war der Mac schon immer zu Hause. Inzwischen findet man ihn auch in Steuerkanzleien, Handwerksbetrieben, Onlineshops und Beratungsunternehmen. Die Gründe sind nachvollziehbar: lange Lebensdauer, wenig Wartungsaufwand, gute Sicherheit und seit dem Wechsel auf Apples eigene Chips eine sehr gute Leistung bei geringem Stromverbrauch. Doch wer das Büro auf Mac umstellen will, stößt schnell auf eine praktische Frage: Läuft die Software, mit der das Unternehmen arbeitet?

Warum die Frage heute anders beantwortet wird als vor zehn Jahren

Früher war die Antwort einfach: Branchensoftware, Buchhaltung und Warenwirtschaft liefen unter Windows, Punkt. Wer einen Mac nutzte, brauchte zusätzlich einen Windows-Rechner oder eine Parallelinstallation.

Zwei Entwicklungen haben das verändert:

  1. Der Wechsel in die Cloud. Viele Business-Anwendungen laufen heute im Browser. Dann ist es egal, welches Betriebssystem auf dem Rechner läuft.
  2. Apple Silicon. Seit Apple eigene Prozessoren verbaut, ist ein Mac mini oder MacBook für viele Büroarbeitsplätze sehr leistungsfähig. Ein aktuelles Beispiel für ein kompaktes Büro-Gerät ist der Mac mini M4. Tests und Kaufberatung zu aktuellen Macs bietet unter anderem das Apple-Magazin Apfelwelten.

Der Wechsel auf Apple Silicon hatte allerdings einen Haken: Boot Camp, also die Möglichkeit, Windows direkt neben macOS zu installieren, gibt es auf diesen Macs nicht mehr.

Diese Software läuft problemlos

Office und Kommunikation

Microsoft 365, Google Workspace, Teams, Zoom, Slack: Alle großen Büroanwendungen gibt es nativ für macOS oder im Browser.

Buchhaltung für Selbstständige und kleine Unternehmen

Die meisten modernen Buchhaltungs- und Rechnungsprogramme für kleine Betriebe sind reine Web-Anwendungen. Sie laufen auf jedem Rechner mit aktuellem Browser.

Cloud-ERP und Warenwirtschaft

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Viele neuere ERP- und Warenwirtschaftslösungen werden als Cloud-Software angeboten. Für Mac-Nutzer ist das die einfachste Lösung. Welche Vor- und Nachteile Cloud-ERP für kleine und mittlere Unternehmen hat, etwa bei Kosten, Datenschutz und Offline-Fähigkeit, sollte man vor der Entscheidung kennen.

Wo es weiterhin hakt

Klassische Branchensoftware

Viele spezialisierte Programme für Kanzleien, Arztpraxen, Handwerksbetriebe oder den Großhandel sind über Jahrzehnte als Windows-Anwendungen gewachsen. Manche Hersteller bieten inzwischen Web-Versionen an, andere nicht. Gerade in Kanzleien stellt sich deshalb die Grundsatzfrage, ob die Kanzleisoftware in der Cloud oder auf dem eigenen Server laufen soll. Die Antwort entscheidet mit darüber, ob Macs überhaupt infrage kommen. Welche Branchenlösungen es gibt und wie sie betrieben werden, lässt sich im Verzeichnis branchen-software.de nachschlagen.

Warenwirtschaft mit Desktop-Client

Einige verbreitete Warenwirtschaftsprogramme für den Onlinehandel nutzen einen Windows-Client, auch wenn die Daten in der Cloud liegen. Hier lohnt ein genauer Blick in die Systemanforderungen.

Steuer- und Lohnprogramme

Die klassischen Desktop-Programme vieler Anbieter sind für Windows ausgelegt. Für Mac-Nutzer gibt es häufig webbasierte Alternativen, die aber nicht immer den vollen Funktionsumfang haben.

Spezielle Hardware

Kassensysteme mit Zusatzgeräten, Etikettendrucker, Kartenlesegeräte oder Scanner benötigen Treiber. Nicht alle Hersteller liefern sie für macOS.

Drei Auswege, wenn eine Windows-Anwendung nötig ist

  1. Virtualisierung auf dem Mac

Mit einer Virtualisierungssoftware lässt sich Windows 11 in der ARM-Version auf einem Apple-Silicon-Mac betreiben. Viele Windows-Programme laufen darin über eine eingebaute Übersetzungsschicht. Für Büroanwendungen funktioniert das oft gut, bei Spezialsoftware und Treibern sollte man vorher testen.

  1. Remote-Desktop oder Terminalserver

Die Windows-Software läuft auf einem Server im Büro oder beim Dienstleister, der Mac greift per Remote-Desktop darauf zu. Das ist in vielen Kanzleien und größeren Betrieben bereits üblich.

  1. Mischbetrieb
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Nicht jeder Arbeitsplatz muss gleich sein. Ein oder zwei Windows-Rechner für die Spezialsoftware, Macs für alle anderen: Das ist oft die pragmatischste Lösung.

Kosten realistisch vergleichen

Macs sind in der Anschaffung oft teurer als vergleichbare Windows-Rechner, halten aber in der Regel lange und behalten einen hohen Wiederverkaufswert. Dazu kommen gegebenenfalls Lizenzen für Virtualisierung und Windows.

Wer das Budget schonen will, kann auf gebrauchte oder generalüberholte Geräte setzen. Worauf man beim Kauf von gebrauchter Hardware und Büroausstattung achten sollte, gilt für Gründerinnen und Gründer ebenso wie für etablierte Betriebe.

Checkliste vor der Umstellung

  • Liste aller genutzten Programme erstellen, auch der selten genutzten
  • Für jedes Programm prüfen: native Mac-Version, Web-Version oder nur Windows?
  • Zusatzhardware und Treiber prüfen
  • Mit dem Softwareanbieter klären, ob der Betrieb unter Virtualisierung unterstützt wird
  • Einen Arbeitsplatz testweise umstellen, bevor alle wechseln

Fazit

Der Mac ist im Büro längst keine Exotenlösung mehr. Für Unternehmen, die überwiegend Cloud-Software nutzen, ist der Umstieg einfach. Wer auf klassische Branchen- oder Warenwirtschaftssoftware angewiesen ist, sollte vorab genau prüfen, welche Programme nur unter Windows laufen, und dann bewusst zwischen Virtualisierung, Remote-Zugriff und Mischbetrieb wählen.